Zur Glasmalerei von Alfred Grünwald (1929-1966)

Nach dem Erhalt des Eidg. Kunststipendiums 1953 studierte Alfred Grünwald 1954 Glasmalerei bei Paul Bony in Paris. In den darauf folgenden Jahren entstanden die nachgenannten Glasmalereien. In Klammern die heutigen Bezeichnungen/Standorte:

  • 1958 erste Glasmalerei Kirche Albinen
  • 1959 Betonglasmalerei Schulhaus Münster/Goms
  • 1960 Glasmalerei im nicht mehr erhaltenen Professorenhaus des Kollegiums Spiritus Sanctus Brig (jetzt im Depot)
  • 1961 Glasmalerei Spitalkapelle Brig (seit 1995 in der Stadt- und Kantonsbibliothek, jetzt: Mediathek Wallis, Brig)
  • 1962 Kirche Hohtenn in Zusammenarbneit mit seinem Bruder Felix Grünwald
  • 1963 Glasmalerei Kirche Eggerberg und Betonglasmalerei Pflegerinnenschule Visp (Hes-so Wallis Gesundheit)
  • 1965 Glasgemälde Société Suisse des Explosifs,Gamsen, Architekt des dortigen Bürogebäudes sein Bruder Felix Grünwald
GlasmalereieKricheAlbinenHohtennEggerberg UbersichtEinzelfotobuchernAlbinenHohtennEggerberg1 KircheAlbinen KircheEggerberg
KircheHohtenn

Fotobücher Alfred Grünwald Glasmalerei der Kirchen Albinen (Links) Hohtenn (Mitte) & Eggerberg (Rechts)

Laut Werkbeschrieb im Allgemeinen Künstler-Lexikon (2009,Band 63,S.412) artikulierte er damit seine tiefe religiöse Bindung. Dazu präzisierte der ehemalige Rektor des Kollegiums Spirius Sanctus und Kunsthistoriker, Albert Carlen, in seinem Beitrag zur religiösen Malerei im Buch "Alfred Grünwald - Der Mensch/Das Werk/Die Stiftung" (1976,S.49f.) das Obgenannte wie folgt:

  • 1958 Kirche Albinen: 7 Rundbilder in Bleiverglasung.Thema: Die sieben Sakramente, dargestellt in symbolischen Zeichen und Farben.
  • 1959 Schulhaus Münster/Goms. Thema: Der Engel beschützt das wachsende Leben, mit Kind und lorbeerumranktem Gommerwappen.
  • 1960 Kapelle im Professorenhaus des Kollegiums Spiritus Sanctus Brig. Zwei dreiteilige Fenster in Bleiverglasung. Themen: Madonna mit Jesuskind und zwei Engeln; der Pfarrer von Ars mit zwei begleitenden Engeln
  • 1961 Spitalkapelle Brig. Vier grosse Glasgemälde in Bleiverglasung, darstellend die Dreifaltigkeit oder Schöpfung, Erlösung und Geistausgiessung sowie die Madonna mit Kind. Die Dreifaltigkeitsbilder an der Ostwand alternieren mit schlanken Fenstern, welche ein kräftiges Traubenmuster aufweisen (seit 1995 als Prisma vor dem Alfred Grünwald Saal bei der Mediathek Wallis Brig, das in der Nacht beleuchtet ist)
  • 1963 Pflegerinnenschule beim Spital Visp. Glasgemälde in der Eingangshalle in Betonverglasung. Thema: der hilflose Mensch, ausgesetzt den drohenden und heilenden Kräften.

"Den grossen Glasgemälden voraus gingen einige Kabinettscheiben (...). Die technische Ausführung aller bleigefassten Glasgemälde besorgte der junge Glasmaler Theo Imboden in Täsch, die Betonverglasung Fleckner in Freiburg. (...) Hier sprach ein schlichter,gläubiger Mensch, der nicht im Negativen und Abwegigen wühlte, sondern das Dunkel in sich überwunden hatte und zu einem frohen Erlösungsglauben vorgedrungen war, in schöner Einheit zwischen persönlichem Leben und überpersönlicher Kunst (...) in Albinen und (...) die grosszugige, wahrhaft monumentale Symbolik der Spitalkapelle von Brig und der Kirche Hohtenn sind wie ein Bild gewordenes Credo der gläubigen Gemeinde." Die aufgeführten Glasmalereien sind im Alfred Grünwald Spurensuche Fotobuch (2011/12) von Marc W.Grünwald abgebildet. Dazu existiert (oben) ein Fotobuch zur Glasmalerei der Kirche Albinen - Hohtenn & Eggergeberg (2011/12), die auch einzeln vorliegen. Das Fotobuch der Kirche Hohtenn ist via Text-Link einsehbar und dient als Beispiel zur Illustration der Zusammenarbeit zwischen den beiden Künstler-Brürdern Alfred & Felix Grünwald.